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Gesammelte Gedanken

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Ich will auch

Posted by on 4. Sep 2007 in Alltag | 2 Kommentare

Eine Massage hätte ich jetzt auch gern, wenn dann aber eine angenehme. Aber der Arbeitstag ist noch nicht ganz vorbei. Dafür hab ich heut gaaaanz viel geschafft. Von der Animation der Signation in Motion bis zum Schnitt der ersten Folge. Am 6.9. geht das ganze online. Da drüben übrigens.

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Alpenerotik

Posted by on 9. Jul 2007 in Alltag | 2 Kommentare

Michel Demanega. PressefotoDer Eros der Zweisprachigkeit, also das sexuelle Verlangen der Zweisprachigkeit (nach „Eros“:http://www.pantheon.org/articles/e/eros.html, dem griechischen Gott, desselben) hält Einzug in unsere Schulen.
Anders gesagt: *Sex an der Schule!*

Wahnsinn, nicht wahr? Deswegen mokiert sich auch Michael Demanega von der Freiheitlichen Jugend in einer Presseaussendung zum Thema zweisprachiger Unterricht.
Ein zusätzliches Schmankerl ist der Gegenvorschlag, Italienisch nicht als Kultursprache zu unterrichten („Sowieso ols lei terroni!“), sondern als Fremdsprache (hm, für die meisten sowieso? …):

bq. Nicht die italienische Kultur mit ihrer Literatur sollten somit im Mittelpunkt stehen, sondern die italienische Sprache und ihr alltäglicher Gebrauch.

„Oschtia, a gnocca do die Kellnerin. Zio, jetz kimp sie. ‚I nimm die Tagliata. Net vorgessn, i brauch a ricevuta, gel.‘ …“

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Integration: Eine Diskussion (VI)

Posted by on 29. Jun 2007 in Alltag | 1 Kommentar

„Asylbewerber sind nicht Zuwanderer?“:http://blog.davus.it/artikel/aaa-suedtiroler-identitaet-cercasi#c001002 Ach nein? Ist ja auch irrelevant, da sie als *Indikator* hergenommen werden.

Aber bitte. Für Berlin:

Für Deutschland:

Als Ãœberlegung: kaum ein Land kann, bei gleicher demographischer Entwicklung *ohne* Zuwanderer so weiterbestehen.

Vielleicht wäre es an der Zeit darüber nachzudenken. Wie wäre es denn mit konstruktiven Vorschlägen aus der Ecke der Jungen Freiheitlichen? Mal selber drüber nachdenken anstatt sich an Kleinigkeiten aufzuhängen?

Herr Demanega
bq.. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.

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Integration: Eine Diskussion (V)

Posted by on 29. Jun 2007 in Alltag |

Minderheit oder nicht? Abgesehen davon, dass, siehe Titel, die Diskussion sich eigentlich um *Integration* dreht, ist der Minderheitenbegriff natürlich dehnbar. In Südtirol sind die Südtiroler die Majorität, gut ausgestattet nicht zuletzt mit dem Paket. In Italien sind sie eine „minoranza austriaca“ und in der Welt schlechthin nur ein Furz in der Geschichte, aber lassen wir das.

Die Angst vor Zuwanderung in Südtirol und der Vergleich mit Berlin(-Kreuzberg) scheinen mir aus der Luft gegriffen. Weder ist Südtirol eine typische Emigrantengegend, und die speziellen Fachkräfte für Obstbau und Gastgewerbe werden sowieso nur Saisonbedingt ins Land gekarrt.
Eine Entwicklung wie in Berlin? Hier die Anzahl der Asylbewerber zwsichen 1993 und 2006.

^*Stichtag 31.10.2006^

Noch etwas: Nirgendwo steht geschrieben, dass durch die Eröffnung einer Moschee (einer Art Kirche und nicht etwa eine politische Hochburg!) Weihnachten abgeschafft wird. Die Paranoia um die Auslöschung des Nikolaus klingt schrill wie die „Selbstverbrennung eines Erfurter Pfarrers“:http://www.zeit.de/2006/46/Pfarrer-Erfurt der kaum in seinem Leben einem Moslem je begegnet ist.

Punktum. Integration.

Wenn du sagst, Südtiroler seien, auf ihr Gebiet bezogen keine _Minderheit_ dann hat die Mehrheit, also die Südtiroler die Aufgabe, Integrationswilligen Hilfe zur Integration anzubieten. Nein, damit ist nicht die Abschaffung der eigenen Kultur gemeint, wie immer wieder falsch verstanden wird. Aber wo sind sie denn, die zahlreichen Integrationskurse? Wo sind die Initiativen? Es ist nun mal viel leichter zu behaupten, es gäbe nur oder meist nur IntegrationsUNwillige und die sind ja gefälligst abzuschieben.

*Aber:*

Integration ist eine dauerhafte politische und gesellschaftliche Aufgabe, die alle im Land lebenden Menschen betrifft. Integrationsförderung soll den Zuwanderern eine gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglichen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Respekt zwischen den Bevölkerungsgruppen werben.
Das Aufnahmeland muss Integrationsangebote bereitstellen, und die Zuwanderer sind berechtigt und angehalten, sie wahrzunehmen. Die Bereitschaft zum Erwerb deutscher Sprachkenntnisse sowie die Anerkennung des Grundgesetzes, seiner Werte und unserer Rechtsordnung sind notwendige Bedingungen für die Integration. Die Zuwanderer sind keine homogene Gruppe. Viele haben längst einen sozialen Aufstieg hinter sich, sind gut ausgebildet und haben ihren Platz in dieser Gesellschaft gefunden. Die Integrationsmaßnahmen müssen daher auf Menschen mit geringeren Partizipationschancen zugeschnitten werden, wie ausländische Kinder und Jugendliche, Frauen und Erwerbslose.[1]

Mit den Mazedoniern muss ich dich leider enttäuschen. Wenn dann wären es sicher Albaner auf meiner Couch.[2]

fn1. Zuwanderung gestalten. Integration fördern. Bericht der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“. „Link“:http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2001/Zuwanderung__gestalten__-__Integration__Id__7647__de,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Zuwanderung_gestalten_-_Integration_Id_7647_de.pdf

fn2. astat info Nr. 22 (Mai 2007), Seite 8. Zu finden auf der Astat-Seite der Provinz.

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Integration: Eine Diskussion (IV)

Posted by on 28. Jun 2007 in Alltag | 3 Kommentare

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Lieber Michael,

um das Wikipedia-Debakel ein für alle Mal zu beenden hier also die rechtmäßig Zitierte Definition der Integration nach Speck: Soziale Integration stellt nicht die Anpassung von A in die Lebenszusammenhänge von B dar,

„sondern einen Wechselwirkungsprozeß [sic], bei dem sich beide Seiten aufeinander zu verändern, so daß [sic] gegenseitig adäquate Beziehungen und Verbindlichkeiten, kurzum mehr Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit entstehen.[1]“

Dies ist keine absolute Definition (das kann und will die Soziologie auch gar nicht), wie sie etwa Naturwissenschaften zu bieten in der Lage ist. Dennoch ist sie nicht einfach als ??(subjektive) Auffassung einiger Wissenschaftler?? zu werten und auch eine Ableitung einer Definition aus der Mathematik halte ich für abwegig; so facettenreich die Welt der Mathematik auch sein mag, Menschen und ihre Beziehungen lassen sich mit ihren Werkzeugen wohl nur schwer beschreiben.

Nun denn, ich glaube, mit deinen beiden ersten Punkten übereinzustimmen, wenn mir auch ??Offenheit?? als Begriff respektive gesellschaftliches Prinzip doch ein wenig zu vage scheint. Es wurmt mich aber, dass du dich auf die Unterschiede in der (geographischen) Herkunft versteifst, aber mein Hauptaugenmerk außer acht lässt: es handelt sich doch sowohl bei Südtirolern als auch ??Zuwanderern?? um a) Menschen und b) eine Minderheit. Und in einer funktionierenden Demokratie *müssen* Minderheiten, im Sinne der Meinungsfreiheit, der Gleichberechtigung, etc geschützt werden. Nichts anderes fordert Südtirol seit seiner _Konvertierung_ zur Minderheit.

Hierauf hätte ich gerne von *dir* eine plausible Ausführung, wie die Südtiroler Minderheit in einem eventuellen zukünftigen Falle selber Minderheitenschutz einfordern soll, wenn es selber noch kleineren Minderheiten statt Schutz zu bieten Forderungen aufbürdet.

Um Missverständnisse zu vermeiden: es geht nicht um eine Friede-Freude-Eierkuchen-Lösung im hippen Multi-kulti Stil. Aber zwischen *Südtirol zuerst* und einer aktiven Inegrationspolitik besteht doch ein großer Unterschied. Gerade, weil die Gemeinschaft als Majorität den Integrationswilligen die Integration selbst erleichtern muss, um ein Zustandekommen zu ermöglichen:

Es wird aber eine gesellschaftliche Verpflichtung anerkannt, die für die Verwirklichung sozialer Integration grundlegend erforderlichen Voraussetzungen und äußeren Bedingungen zu schaffen.[2]“

Auf deine saloppe Formulierung zu den Mazedoniern auf meiner Couch werde ich in einem späteren Eintrag zurückkommen.

Um aber deinen interauricularen Apparat (vulgo _das Ding zwischen den Ohren_) ein wenig zu hätscheln, biete ich folgende Definitionen von Gemeinschaft und Gesellschaft an, die ich hier gepostet habe.

Viel Spaß damit.

In der Hoffnung auf eine anregende Antwort,
David

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fn1. Speck, Otto: System Heilpädagogik. Eine ökologisch reflexive Grundlegung. 4. Aufl. München 1998 S. 394

fn2. ebd., S. 399

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Gesellschaftsspiel

Posted by on 28. Jun 2007 in Alltag |

Bereits Aristoteles hat sich mit diesen Begriffen — wie mit vielen anderen auch — auseinandergesetzt und hat den Begriff _Gemeinschaft_ (koinonia) vor allem im Hinblick auf die ach so gelobte politische Organisation, der _polis_ benutzt.[1]
Doch Gemeinschaft gibt es auf einer Vielzahl von Ebenen. Vis-à-vis betrachtet, mögen die Begriffe klarer erscheinen:

Der Gesellschaft, die auf der strikten Individualität der Interessen beruht (etwa im Sinne des Hobbesschen Konfliktes zwischen dem Egoismus der einzelnen), steht die Gemeinschaft gegenüber, die sich auf die durchaus nicht immer bewußte [sic], von der gemeinsamen Herkunft und dem gemeinsamen Schicksal bedingte, zumindest im Kern bestehende Ãœbereinstimmung des Wollens gründet.[2]

Eine Ãœbereinstimmung des Wollens. Hm. Auch sie ist nicht immer in Gemeinschaften vorhanden, in Familien etwa. Und die Regeln der Gemeinschaft im Kleinen lassen sich sowieso nicht auf größere Gemeinschaften, wie Sprachgemeinschaften übertragen.

Der Versuch, den Gemeinschaftsbegriff am Beispiel der Familie oder der politischen Gemeinschaft zu entwickeln, würde kaum mehr Erfolg versprechen. Schon Aristoteles hatte gesehen, daß [sic] die Gemeinsamkeiten in einer Familie sich ihrem Wesen nach von den Gemeinsamkeiten zwischen den Mitgliedern einer Republik unterscheiden.[3]

Eine allgemeine Definition für Gesellschaft und Gemeinschaft, egal auf welcher Ebene ist wohl nicht realisierbar. Aber mindestens haben wir jetzt eine Grundidee mit der wir arbeiten können

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fn1. vgl. Boudon, Raymond/Bourricaud, Francois: Soziologische Stichworte. Ein Handbuch, 2. Aufl., Opladen 1992. S.161

fn2. ebd.

fn3. ebd., S. 162

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