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Gesammelte Gedanken

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Sommerstress

Posted by on 10. Jul 2012 in Arbeit, Hintergrund |

Was nach außen das Sommerloch ist, bedeutet in der Redaktion eigentlich Stress. Denn im Sommer sind nicht nur die aktuellen Themen dürftig und die Kollegen im Urlaub. Im Fernseh-Zeitfenster fehlt in den Sommermonaten auch noch die Werbung, sodass die Sendung plötzlich nicht mehr 20, sondern 24 Minuten lang ist – und die müssen erst einmal produziert werden. Redakteure schwitzen daher im Sommer bisweilen selbst wenn sie im klimatisierten Büro arbeiten.

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Wichtige Trivialitäten

Posted by on 9. Jul 2012 in Arbeit, Hintergrund |

Am Wochenende ist eine Urlauberin im Kalterer See ertrunken. Weniger bekannt ist, dass auch in Algund eine Person gerade noch aus dem Schwimmbad gerettet werden konnte. Und in Montiggl haben die Bademeister einen Nichtschwimmer aus dem See gefischt.

Wir haben das zum Anlass genommen, noch einmal die wichtigsten Hinweise in einem Bericht zusammenzufassen – auch wenn diese vielen zuhause recht trivial vorkommen werden. Nicht ohne Abkühlung ins Wasser, nach dem Essen eine Pause einlegen, die eigenen Kräfte nicht überschätzen: das klingt alles so bekannt und, siehe Wochenende, ist doch wohl noch nicht überall angekommen.

Ob der Bericht nun weiterhilft, ich weiß es nicht. Aber den Versuch, finde ich, ist es allemal wert.

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Alles Werbung oder was?

Posted by on 10. Feb 2011 in Arbeit |

Die tägliche Gratwanderung zwischen Berichterstattung und PR-Geschwafel

Im täglichen redaktionellen Leben hat man immer auch mit Menschen, Unternehmen oder Organisationen zu tun, die gern für sich, ihr Produkt oder ihre Idee werben möchten. Das ist natürlich legitim. In meinigen Fällen kommt gewisse redaktionelle Arbeit auch nur mit ihrer Mithilfe zustande, so bei manchen Bericht bei Südtirol heute.

Bild Dir Deine Meinung

Dadurch entsteht bei manchen dieser Partner das Gefühl, der Journalist gegenüber und sein Medium sowieso hätten nun eine Art Bringschuld. Eine Gegenleistung wäre angebracht, eine freundliche Erwähnung einer Webseite, so als Beispiel, oder das Abfilmen eines Logos etc. etc.

Ich persönlich versuche dann immer mit etwas Feingefühl meine Situation und meine Sicht der Dinge zu erklären. Mir ist durchaus klar, dass die Trennung zwischen Werbung und Berichterstattung nicht immer einfach ist. Was, wenn eine neue Apfelsorte den lokalen Obstmarkt erobert. Ist das Werbung? Müssen alle Außenaufnahmen gepixelt werden, weil da Logos und so weiter aufscheinen? Natürlich nicht.

Ich bin doch nicht blöd

Doch die Erwähnung eines Produktes, einer Marke o.ä. darf nicht der Zweck der Mitteilung sein. An der Gretchenfrage „Ist dieses Interview, diese Logo-Aufnahme oder diese Nennung notwendig für den Bericht?“ scheitern eben die meisten.

Eine offizielle Nennung eines Unternehmens darf und wird es aber nicht geben. Das war von Anfang an klargestellt. Selbst wenn der nette Kontakt äußerst zuvorkommend war und kostenlos einen Helikopterflug, einen Sushi-Kurs und ein Photoshooting organisiert hat.

Ein (wohlwollendes) Interview mit leichten Info-Wert wäre ja noch drin gewesen. Aber nicht mit peinlich an den Hals geklebtem Sticker, auf dem die Internetadresse des Unternehmens steht. Denn der auffällig platzierte Sticker beleidigt nicht nur meine Intelligenz, sondern auch die unserer ZuseherInnen.

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Das Land aus dem die Quoten sind

Posted by on 8. Okt 2010 in Arbeit, haha |

Die Sendung Südtirol Heute ist in vielerlei Hinsicht ein Ding zwischen den Welten. Finanziert von Tirol, Südtirol und dem ORF, ist die Redaktion einerseits dem Landesstudio Tirol unterstellt und doch in der Journalistenrealität Italiens (Stichwort: ordine dei giornalisti) eingebettet. Dadurch ergibt sich so manche Besonderheit.

So darf es nicht verwundern, dass die Quoten für die Sendung einzig in Nordtirol gemessen werden. Die ORF-Messgeräte stehen nun einmal nur dort. Aufgrund ihrer geringen Anzahl an Messgeräten* eher unstabil und können locker mal von einem Tag auf den nächsten 20-30 Prozentpunkte Veränderung erfahren.

Eine weitere Besonderheit: die Sendung ist als Nord-Süd-Verbindung gedacht, soll also sowohl Südtiroler als auch Nordtiroler über die Vorgänge hierzulande informieren. Das wirkt sich manchmal auf die Auswahl und Erstellung von Berichten aus, oder sorgt redaktionsintern manchmal für lustige Diskussionen.

Beispiel Gemeinderatswahl Bozen 2010: den Südtirolern mag es gar nicht aufgefallen sein, wie aber konnte man den österreichischen Zusehern die komische Sprachzuordnung der zwei wichtigsten Kandidaten erklären.

Auf der einen Seite Robert Oberrauch, auf der anderen Luigi Spagnolli. Nur sprach der für die italienische Rechte angetretene Herr Oberrauch kaum ein Wort Deutsch, während Signor Spagnolli des Mitte-Links-Bündnisses recht gut parlierte. Verkehrte Welt.

Wie hoch die Quoten aber an dem Tag waren, kann ich heute leider nicht mehr sagen.

* Es sind um die 30 Geräte, was auf die Bevölkerung gerechnet relativ viel ist, in Deutschland oder Italien ist die Zahl deutlich niedriger.

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Dialekt-Selbstversuch

Posted by on 20. Jul 2010 in bla | 1 Kommentar

Ein sinnfreier Text, in dem Südtiroler Wörter, die nicht offensichtlich aus dem Deutschen oder Italienischen ableitbar sind, in einem Text zusammengefasst werden. Anregungen und Fortsetzungsvorschläge erwünscht. Oschpele ist teils hilfreich, aber noch längst nicht vollständig.

Die Gitsch hots geneatig kop. Weil fährtn in Langes hot si in karpf umikep und sel hot der jetz drfrog. Wie kim i do lei ausser, sol i net long tanteln, nen herpluin, ohne zu soandeln ihm oane floschn – oder decht lieber ofetzn?  Von überlegn hot sie scheps wea krieg. Obr letzer war an Stietz o, denkt sie sich und nimp sich no a Papele. Inagalling follts ihr ein: i nim a huder, bind sie umen grind und tua als war i toret. Werd der Tscheggl schun net merkn.

Do follt in den Laggl nix besseres ein, als …

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Die Inder sind da

Posted by on 14. Jul 2010 in Arbeit | 1 Kommentar

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Foto: Devaraja Fruit and Vegetable Market (Bryce Edwards)

Eine Delegation aus Indien ist derzeit zu Besuch in Südtirol. Im Bundesstaat Himachal Pradesh werden Äpfel angebaut, deutlich mehr noch als hierzulande. Die Landwirtschaft rund um Golden, Stark und Red Delicious ist im Norden Indiens aber nicht so industrialisiert wie in Europa, es gibt also noch viel Potential für jene Südtiroler Unternehmen, die mit Leistungen und Produkten im Obstbau ihr Geld verdienen. Die Gäste üben sich in höflicher Zurückhaltung, die Gastgeber geben sich gewohnt provinziell.

Das Englisch holpert auf beiden Seiten, die fünf Unternehmen die sich den Indern vorstellen sind nicht wirklich aufeinander eingespielt und der Busfahrer mit der Delegation fährt am Treffpunkt des Ortstermins in den Obstwiesen bei Terlan kurzerhand vorbei.

Endlich dort angekommen schwitzen selbst die Delegierten in der Nachmittagssonne. Toll, so ein Hagelnetz. Oh, ein Werbe-Basecap, danke. Wieder rein in den Bus und weiter geht’s.

Im klimatisierten Firmengebäude lässt die Delegation eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Hagel über sich ergehen, dabei drängen sich zwei Unternehmer vor um etwas klarzustellen. Das mit Indien, das ist eigentlich ihnen zu verdanken. Die EOS wurde eh nur eingeschaltet, damit die dann einen Teil der Kosten übernimmt. Also ja nicht zu viel über die anderen Firmen berichten. Ehre wem Ehre gebührt. Umsatz in Indien wird eh noch keiner gemacht. Nette Leute, aber schwierig, Geld zu machen.

Die Bäume in Indien sind alt, nicht so klein und so auf qualitativen Ertrag getrimmt wie in Südtirol. Sie stehen kreuz und quer in der Landschaft, nicht in klinischen Spalier-Reihen. Und der Apfel wird weder monatelang gelagert noch exportiert. Der Absatzmarkt für den indischen Apfel ist Indien selbst und er existiert nur zur Erntezeit.

Für heute ist Schluss für Narinder Bragta, den Minister für Gartenbau aus der indischen Apfelregion. Er und seine Delegation wollen unbedingt Südtiroler Technologie nach Hause mitnehmen. In wenigen Jahren schon könnte es so weit sein. Bis dahin wird die Delegation erst Mal zum Abendessen eingeladen. Bei „Ghandi“ in Bozen wird gespeist, indische Küche, versteht sich.

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