Posted by on 10. Feb 2011 in Arbeit |

Die tägliche Gratwanderung zwischen Berichterstattung und PR-Geschwafel

Im täglichen redaktionellen Leben hat man immer auch mit Menschen, Unternehmen oder Organisationen zu tun, die gern für sich, ihr Produkt oder ihre Idee werben möchten. Das ist natürlich legitim. In meinigen Fällen kommt gewisse redaktionelle Arbeit auch nur mit ihrer Mithilfe zustande, so bei manchen Bericht bei Südtirol heute.

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Dadurch entsteht bei manchen dieser Partner das Gefühl, der Journalist gegenüber und sein Medium sowieso hätten nun eine Art Bringschuld. Eine Gegenleistung wäre angebracht, eine freundliche Erwähnung einer Webseite, so als Beispiel, oder das Abfilmen eines Logos etc. etc.

Ich persönlich versuche dann immer mit etwas Feingefühl meine Situation und meine Sicht der Dinge zu erklären. Mir ist durchaus klar, dass die Trennung zwischen Werbung und Berichterstattung nicht immer einfach ist. Was, wenn eine neue Apfelsorte den lokalen Obstmarkt erobert. Ist das Werbung? Müssen alle Außenaufnahmen gepixelt werden, weil da Logos und so weiter aufscheinen? Natürlich nicht.

Ich bin doch nicht blöd

Doch die Erwähnung eines Produktes, einer Marke o.ä. darf nicht der Zweck der Mitteilung sein. An der Gretchenfrage „Ist dieses Interview, diese Logo-Aufnahme oder diese Nennung notwendig für den Bericht?“ scheitern eben die meisten.

Eine offizielle Nennung eines Unternehmens darf und wird es aber nicht geben. Das war von Anfang an klargestellt. Selbst wenn der nette Kontakt äußerst zuvorkommend war und kostenlos einen Helikopterflug, einen Sushi-Kurs und ein Photoshooting organisiert hat.

Ein (wohlwollendes) Interview mit leichten Info-Wert wäre ja noch drin gewesen. Aber nicht mit peinlich an den Hals geklebtem Sticker, auf dem die Internetadresse des Unternehmens steht. Denn der auffällig platzierte Sticker beleidigt nicht nur meine Intelligenz, sondern auch die unserer ZuseherInnen.