Posted by on 8. Okt 2010 in Arbeit, haha |

Die Sendung Südtirol Heute ist in vielerlei Hinsicht ein Ding zwischen den Welten. Finanziert von Tirol, Südtirol und dem ORF, ist die Redaktion einerseits dem Landesstudio Tirol unterstellt und doch in der Journalistenrealität Italiens (Stichwort: ordine dei giornalisti) eingebettet. Dadurch ergibt sich so manche Besonderheit.

So darf es nicht verwundern, dass die Quoten für die Sendung einzig in Nordtirol gemessen werden. Die ORF-Messgeräte stehen nun einmal nur dort. Aufgrund ihrer geringen Anzahl an Messgeräten* eher unstabil und können locker mal von einem Tag auf den nächsten 20-30 Prozentpunkte Veränderung erfahren.

Eine weitere Besonderheit: die Sendung ist als Nord-Süd-Verbindung gedacht, soll also sowohl Südtiroler als auch Nordtiroler über die Vorgänge hierzulande informieren. Das wirkt sich manchmal auf die Auswahl und Erstellung von Berichten aus, oder sorgt redaktionsintern manchmal für lustige Diskussionen.

Beispiel Gemeinderatswahl Bozen 2010: den Südtirolern mag es gar nicht aufgefallen sein, wie aber konnte man den österreichischen Zusehern die komische Sprachzuordnung der zwei wichtigsten Kandidaten erklären.

Auf der einen Seite Robert Oberrauch, auf der anderen Luigi Spagnolli. Nur sprach der für die italienische Rechte angetretene Herr Oberrauch kaum ein Wort Deutsch, während Signor Spagnolli des Mitte-Links-Bündnisses recht gut parlierte. Verkehrte Welt.

Wie hoch die Quoten aber an dem Tag waren, kann ich heute leider nicht mehr sagen.

* Es sind um die 30 Geräte, was auf die Bevölkerung gerechnet relativ viel ist, in Deutschland oder Italien ist die Zahl deutlich niedriger.

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