Posted by on 14. Jul 2010 in Arbeit | 1 Kommentar

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Foto: Devaraja Fruit and Vegetable Market (Bryce Edwards)

Eine Delegation aus Indien ist derzeit zu Besuch in Südtirol. Im Bundesstaat Himachal Pradesh werden Äpfel angebaut, deutlich mehr noch als hierzulande. Die Landwirtschaft rund um Golden, Stark und Red Delicious ist im Norden Indiens aber nicht so industrialisiert wie in Europa, es gibt also noch viel Potential für jene Südtiroler Unternehmen, die mit Leistungen und Produkten im Obstbau ihr Geld verdienen. Die Gäste üben sich in höflicher Zurückhaltung, die Gastgeber geben sich gewohnt provinziell.

Das Englisch holpert auf beiden Seiten, die fünf Unternehmen die sich den Indern vorstellen sind nicht wirklich aufeinander eingespielt und der Busfahrer mit der Delegation fährt am Treffpunkt des Ortstermins in den Obstwiesen bei Terlan kurzerhand vorbei.

Endlich dort angekommen schwitzen selbst die Delegierten in der Nachmittagssonne. Toll, so ein Hagelnetz. Oh, ein Werbe-Basecap, danke. Wieder rein in den Bus und weiter geht’s.

Im klimatisierten Firmengebäude lässt die Delegation eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Hagel über sich ergehen, dabei drängen sich zwei Unternehmer vor um etwas klarzustellen. Das mit Indien, das ist eigentlich ihnen zu verdanken. Die EOS wurde eh nur eingeschaltet, damit die dann einen Teil der Kosten übernimmt. Also ja nicht zu viel über die anderen Firmen berichten. Ehre wem Ehre gebührt. Umsatz in Indien wird eh noch keiner gemacht. Nette Leute, aber schwierig, Geld zu machen.

Die Bäume in Indien sind alt, nicht so klein und so auf qualitativen Ertrag getrimmt wie in Südtirol. Sie stehen kreuz und quer in der Landschaft, nicht in klinischen Spalier-Reihen. Und der Apfel wird weder monatelang gelagert noch exportiert. Der Absatzmarkt für den indischen Apfel ist Indien selbst und er existiert nur zur Erntezeit.

Für heute ist Schluss für Narinder Bragta, den Minister für Gartenbau aus der indischen Apfelregion. Er und seine Delegation wollen unbedingt Südtiroler Technologie nach Hause mitnehmen. In wenigen Jahren schon könnte es so weit sein. Bis dahin wird die Delegation erst Mal zum Abendessen eingeladen. Bei „Ghandi“ in Bozen wird gespeist, indische Küche, versteht sich.