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Gesammelte Gedanken

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Gesellschaftsspiel

Posted by on 28. Jun 2007 in Alltag |

Bereits Aristoteles hat sich mit diesen Begriffen — wie mit vielen anderen auch — auseinandergesetzt und hat den Begriff _Gemeinschaft_ (koinonia) vor allem im Hinblick auf die ach so gelobte politische Organisation, der _polis_ benutzt.[1]
Doch Gemeinschaft gibt es auf einer Vielzahl von Ebenen. Vis-à-vis betrachtet, mögen die Begriffe klarer erscheinen:

Der Gesellschaft, die auf der strikten Individualität der Interessen beruht (etwa im Sinne des Hobbesschen Konfliktes zwischen dem Egoismus der einzelnen), steht die Gemeinschaft gegenüber, die sich auf die durchaus nicht immer bewußte [sic], von der gemeinsamen Herkunft und dem gemeinsamen Schicksal bedingte, zumindest im Kern bestehende Ãœbereinstimmung des Wollens gründet.[2]

Eine Ãœbereinstimmung des Wollens. Hm. Auch sie ist nicht immer in Gemeinschaften vorhanden, in Familien etwa. Und die Regeln der Gemeinschaft im Kleinen lassen sich sowieso nicht auf größere Gemeinschaften, wie Sprachgemeinschaften übertragen.

Der Versuch, den Gemeinschaftsbegriff am Beispiel der Familie oder der politischen Gemeinschaft zu entwickeln, würde kaum mehr Erfolg versprechen. Schon Aristoteles hatte gesehen, daß [sic] die Gemeinsamkeiten in einer Familie sich ihrem Wesen nach von den Gemeinsamkeiten zwischen den Mitgliedern einer Republik unterscheiden.[3]

Eine allgemeine Definition für Gesellschaft und Gemeinschaft, egal auf welcher Ebene ist wohl nicht realisierbar. Aber mindestens haben wir jetzt eine Grundidee mit der wir arbeiten können

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fn1. vgl. Boudon, Raymond/Bourricaud, Francois: Soziologische Stichworte. Ein Handbuch, 2. Aufl., Opladen 1992. S.161

fn2. ebd.

fn3. ebd., S. 162

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Integration: Eine Diskussion (III)

Posted by on 26. Jun 2007 in Alltag |

Teil 3, Michael „anwortet“:http://blog.davus.it/artikel/integration-eine-diskussion-ii#c000995:

1. Worauf unsere Gesellschaft nun wirklich nicht verzichten kann, was also Zuzügler nicht in Frage stellen dürfen: – die Menschenrechte – die Gleichberechtigung von Mann und Frau – die Trennung von Staat und Religion – die Demokratie – Offenheit als gesellschaftliches Prinzip – die Religionsfreiheit – die Meinungsfreiheit – uvm.

2. Die Individualrechte, die nicht angetastet werden sollen: – die ethnische und kulturelle Identität – das Verfolgen eigener Bräuche und Sitten (insofern verfassungskonform, also keine Beschneidung, Steinigung und Ehrenmorde) – eigene religiöse Gesinnung – uvm.

3. Wie kann man aber eine Auswahl treffen? Und wer soll dies tun?
Wahrscheinlich sollte man nach dem Davus-Muster vorgehen und auf Wikipedia zurückgreifen 😉

4. “abertausend Soziologen haben Zahnschmerzen, wenn du ihnen empfiehlst, absolute Definitionen zu erstellen.”
Ich habe nie auf solche (vermeintlich absolute) Definitionen zurückgegriffen, das war in dieser Diskussion wohl jemand anderes… und diese stammten aus Wikipedia —> billig!

5. Netter Versuch übrigens, Zuwanderer mit den Südtirolern zu vergleichn. Nur: die einen bewohnen dieses Land seit Generationen, haben sich unter nicht immer einfachen Bedingungen eine Heimat aufgebaut und die anderen suchen hier eine neue Heimat, welche ihnen auch geboten wird, wenn sie die Spielregeln nur akzeptieren. Und wer, wenn nicht der Hausherr definiert die?
Aber ich weiß schon: du bist wahrscheinlich aktiver Entwicklungshilfer und beherbergst gerne Familien aus Mazedonien bei dir zu Hause… und die rennen alle mit den Schuhen auf deinem Divan herum, weil wer bestimmt die Hausordnung? Sicher nicht der Hausherr, nö!!!

6. Nun hab ich ma einige Fragen: – Was ist eine Gesellschaft (bzw. menschliche Gemeinschaft)? – Wie kennzeichnet sich eine Gesellschaft(bzw. menschliche Gemeinschaft)? – Was ist der Unterschied zwischen Integration, Assimilation und multikultureller Gesellschaft?
Und: Wikipedia kann ich selber lesen… also mach mal das Gerät zwischen deinen Ohren an!

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Integration: Eine Diskussion (II)

Posted by on 26. Jun 2007 in Alltag | 2 Kommentare

Meine Antwort auf Michael:

Mo- Mo- Mo- Moment: abertausend Soziologen haben Zahnschmerzen, wenn du ihnen empfiehlst, absolute Definitionen zu erstellen. Noch dazu von der Mathematik (Sphären!) abgeleitet! Die Sozialwissenschaften sind da schon ernst zu nehmen, es handelt sich schließlich – trotz allem – um einen wissenschaftlichen Zweig.

Doch nun zu deiner Argumentation. Du definierst ??“Integration als ein MODELL für die gesellschaftliche Entwicklung“?? erwähnst aber im selben Atemzug die ??“Zurechtrückung einiger Charakteristiken des Individuums, damit er?? (sic!) ??Teil des entsprechenden Kollektives werden kann. Denn eine Gesellschaft definiert sich über gewisse Merkmale und diese müssen von den Individuen geteilt werden, um dazuzugehören (…)“??.

Da frage ich mich doch, *welche* Charakteristiken für dich zu denen zählen, die „zurechtgerückt“ werden (von wem? wie? mit welcher Autorität?) und welche es eben nicht werden, etwa Religion, wie du schreibst. Wie kann man aber eine Auswahl treffen? Und wer soll dies tun?

Noch etwas: du forderst implizit eine Integration mit ??“kollektivem Charakter“??, es brauche Anpassung um dazuzugehören.
Anpassung ist ein gutes Stichwort, denke ich. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein für Südtirol wichtiges „Papier“:http://www.provinz.bz.it//lpa/autonomie-statut/index_d.htm unterschrieben. Denn auch Südtirol sollte sich – gezwungenermaßen, wie es auch heute viele fordern – an das große Kollektiv anpassen, namens Italien. Die Integrationsvorstellungen waren damals wie heute relativ eindeutig: weg mit der Sprache, her mit der neuen Alltagskultur, Repressalien wenn dem nicht Folge geleistet wird.

Viele Südtiroler, die sich anpassen sollten, dachten aber: Hej, das will ich nicht. Meine Kultur, meine Sprache – ich bin zwar hierher geraten, trotzdem will ich meine Identität nicht so ohne weiteres aufgeben.
Nach langem hin und her, Ausfällen in der Stromversorgung sowie zahlreichen außenpolitischen Verhandlungen wurde jenes oben erwähnte Papier unterzeichnet. Darin findet sich folgender Satz:

Genau dieser Satz garantiert Südtirol heute noch, nicht einfach dahin-assimiliert zu werden; oder integriert, je nach dem, von welcher Seite man es betrachtet. Es ist dieses Prinzip, jedem Menschen auf der Welt, überall (also auch in Südtirol), jene grundsätzliche Freiheiten zu geben, für deren Festlegung so oft gekämpft wurde. („Art. 3 der ital. Verfassung“:http://de.camera.it/deputati/funzionamento2002/costituzione_principi.asp, „Art. 14 der EMRK“:http://www.uni-potsdam.de/u/mrz/coe/emrk/emrk-de.htm, „Art. 1 und 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“:http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm)

Es wäre ein Schuss ins Knie gerade in Südtirol zu fordern, die Rechte der Minderheiten abzuschaffen oder diese auch nur anzuzweifeln. In dem 10 Punkte Programm auf eurer Internetseite steht an erster Stelle u.a.: ??“Integrationsunwillige sofort abschieben!“?? Ein ähnlich radikales Programm des italienischen Faschismus wurde und wird (auch) von den Freiheitlichen – zu recht – kritisiert. Warum nun die Südtiroler (Minderheit) einer anderen Minderheit den Schutz aufkündigt, den sie mit Mühen der Mehrheit abringen musste, ist ein Paradox das sich mir nur schwer erschließt.

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Integration: eine Diskussion (I)

Posted by on 25. Jun 2007 in Web |

Wer sich so viel zeit nimmt, zu „kommentieren“:http://blog.davus.it/artikel/lieber-patrick-bortolotti#c000990, soll auch anständig unter die Lupe genommen werden. Michael von der von der „Freiheitlichen Jugend“:http://www.freiheitliche-jugend.com/ schreibt:

Natürlich kannst du den Begriff der Integration nun ganz radikal an seinen Wurzeln interpretieren und definieren. Wenn du aber eine absolute Definition suchst, dann ist es auch nicht genug, wenn du dich auf eine erste soziologische Begriffsverwendung oder auf die (subjektive) Auffassung einiger Wissenschaftler berufst, sondern musst du dich zwangsläufig in die Sphären der Mathematik begeben und davon soziologische Parallelen ableiten.
Ich kann dir aber versichern, dass dieser Weg nicht zielführend sein wird. Zielführend sein kann nur, wenn man Integration als ein MODELL für die gesellschaftliche Entwicklung heranzieht und zwar, um Individuen in Kollektive „einzugliedern“. Alles andere macht keinen Sinn!
Das Gegenteil der Integration ist nicht die Assimilation, sondern das Aneinanderleben der Individuen ohne verbindenden, kollektiven Charakter, also das, was die Multikulturalisten anstreben und dafür Integration strikt ablehnen. Integration ist nicht Assimilation, denn individuelle Identität soll und muss beim Individuum weiterhin existent sein, sondern jene Zurechtrückung einiger Charakteristiken des Individuums, damit er Teil des entsprechenden Kollektives werden kann. Denn eine Gesellschaft definiert sich über gewisse Merkmale und diese müssen von den Individuen geteilt werden, um dazuzugehören.
Das kann man dann eben auch so auslegen, dass eine neue Gesellschaft entsteht, weil sich die alte Gesellschaft über gewisse Charakteristiken identifiziert, welche für die neue Integrationsgesellschaft weniger wichtig sind. Und diese Charakteristiken müssen von allen Individuen angenommen werden, etwa die Gleichberechtigung der Geschlechter! Oder wärst du bereit, im Sinne der Integration, darauf zu verzichten? Was nicht dazugehört ist etwa die Religion…

Meine Antwort folgt…

*UPDATE:*
Hier also meine Antwort.

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Voll extrem

Posted by on 23. Jun 2007 in Fundstück |

Geht nicht schlimmer als Bill O’Reilly? WEit gefehlt. In der Mitte folgenden Clips sehen wir Herrn Al Mohler, und der ist sogar Bill zu extrem?

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