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Gesammelte Gedanken

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Killerargument

Posted by on 30. Jun 2007 in Import, Uncategorized | 11 Kommentare

Nichtsdestotrotz ist noch lange niemand Wissenschaftler, nur weil er sich selber den Namen gibt oder weil Kunst frei ist („frei“ ist mE dabei anders gemeint). Fassen wir hier im Blog doch mal der Einfachheit halber jemanden als Wissenschaftler auf, der an einer anerkannten Universität lehrt und forscht (oder es hat). Irgendwelche Einwände?

Zu dem Punkt ratio: natürlich ist Wissenschaft nicht einzige und alleinige Wissensspenderin, aber im Rahmen des Menschenmöglichen hat sie sich als zuverlässigste (selbsterneuernde) Quelle erwiesen, *gerade* weil man dabei aufgefordert wird zu denken. Subjektive Synapsengeburten aber nicht.

^Rein als Gretchenfrage: ist dir wissenschaftliches Arbeiten bekannt? Könnte ja sein… Ich meine, Theorien, Methoden, Empirie, formale Aspekte etc, das kann schon recht verwirrend sein für Außenstehende. Aber in Trient gibt’s ja auch Soziologie, mal reinschauen?^

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Die Quelle der Wahrheit

Posted by on 29. Jun 2007 in Import, Uncategorized | 1 Kommentar

Mir hat man ja einst beigebracht, alle — besonders die fraglichen — Aussagen und Fakten zu belegen. Das mag im Ingenieurwesen anders sein oder auch nicht. Ich halte es aber für bedenklich, einfach Sätze in den Raum zu stellen und Fakten zu widerlegen, ohne gleichwertige Argumente einzubringen. Äpfel mit Birnen oder so.

Ich persönlich hätte gerne das *wissenschaftliche* Fundament folgender Aussagen kennengelernt (und, bei aller Liebe: Erfahrung lassen wir mal außen vor, ebenso Wikipedia, nicht wahr?):

bq.. Nebenbei ist bei zweisprachigem Unterricht, bei welchem gewisse Fächer in einer Sprache und andere in einer anderen Sprache abgehalten werden, nicht unbedingt mit Fremdsprachverbesserungen zu rechnen. Vielmehr entwickelt sich eine Mischsprache, da sich Fremdwörter in die Sprache schleichen.

bq.. Es gibt Gebiete, in denen kann man Kompromisse eingehen und in anderen Gebieten eben nicht. In viel zu vielen Fällen profitiert bei so genannten Kompromissen nur eine Seite!

bq.. Wissenschaft ist immer Modetrends unterworfen.

bq.. Heute ist die Zuwanderung für die deutsche Volksgruppe südlich des Brenners in ihrer angestammten Heimat akut identitätsbedrohend.

bq.. es gibt Gebiete in Südtirol, welche mehrheitlich italienischsprachig sind und in diesen Gebieten erlernen viele Kinder nicht einmal bei einsprachigem Unterricht ihre Muttersprache richtig. In diesen Gebieten wäre ein zweisprachiger Unterricht fatal!

bq.. Wenn du aber eine absolute Definition suchst, dann ist es auch nicht genug, wenn du dich auf eine erste soziologische Begriffsverwendung oder auf die (subjektive) Auffassung einiger Wissenschaftler berufst, sondern musst du dich zwangsläufig in die Sphären der Mathematik begeben und davon soziologische Parallelen ableiten.

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Integration: Eine Diskussion (VI)

Posted by on 29. Jun 2007 in Alltag | 1 Kommentar

„Asylbewerber sind nicht Zuwanderer?“:http://blog.davus.it/artikel/aaa-suedtiroler-identitaet-cercasi#c001002 Ach nein? Ist ja auch irrelevant, da sie als *Indikator* hergenommen werden.

Aber bitte. Für Berlin:

Für Deutschland:

Als Ãœberlegung: kaum ein Land kann, bei gleicher demographischer Entwicklung *ohne* Zuwanderer so weiterbestehen.

Vielleicht wäre es an der Zeit darüber nachzudenken. Wie wäre es denn mit konstruktiven Vorschlägen aus der Ecke der Jungen Freiheitlichen? Mal selber drüber nachdenken anstatt sich an Kleinigkeiten aufzuhängen?

Herr Demanega
bq.. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.

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Integration: Eine Diskussion (V)

Posted by on 29. Jun 2007 in Alltag |

Minderheit oder nicht? Abgesehen davon, dass, siehe Titel, die Diskussion sich eigentlich um *Integration* dreht, ist der Minderheitenbegriff natürlich dehnbar. In Südtirol sind die Südtiroler die Majorität, gut ausgestattet nicht zuletzt mit dem Paket. In Italien sind sie eine „minoranza austriaca“ und in der Welt schlechthin nur ein Furz in der Geschichte, aber lassen wir das.

Die Angst vor Zuwanderung in Südtirol und der Vergleich mit Berlin(-Kreuzberg) scheinen mir aus der Luft gegriffen. Weder ist Südtirol eine typische Emigrantengegend, und die speziellen Fachkräfte für Obstbau und Gastgewerbe werden sowieso nur Saisonbedingt ins Land gekarrt.
Eine Entwicklung wie in Berlin? Hier die Anzahl der Asylbewerber zwsichen 1993 und 2006.

^*Stichtag 31.10.2006^

Noch etwas: Nirgendwo steht geschrieben, dass durch die Eröffnung einer Moschee (einer Art Kirche und nicht etwa eine politische Hochburg!) Weihnachten abgeschafft wird. Die Paranoia um die Auslöschung des Nikolaus klingt schrill wie die „Selbstverbrennung eines Erfurter Pfarrers“:http://www.zeit.de/2006/46/Pfarrer-Erfurt der kaum in seinem Leben einem Moslem je begegnet ist.

Punktum. Integration.

Wenn du sagst, Südtiroler seien, auf ihr Gebiet bezogen keine _Minderheit_ dann hat die Mehrheit, also die Südtiroler die Aufgabe, Integrationswilligen Hilfe zur Integration anzubieten. Nein, damit ist nicht die Abschaffung der eigenen Kultur gemeint, wie immer wieder falsch verstanden wird. Aber wo sind sie denn, die zahlreichen Integrationskurse? Wo sind die Initiativen? Es ist nun mal viel leichter zu behaupten, es gäbe nur oder meist nur IntegrationsUNwillige und die sind ja gefälligst abzuschieben.

*Aber:*

Integration ist eine dauerhafte politische und gesellschaftliche Aufgabe, die alle im Land lebenden Menschen betrifft. Integrationsförderung soll den Zuwanderern eine gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglichen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Respekt zwischen den Bevölkerungsgruppen werben.
Das Aufnahmeland muss Integrationsangebote bereitstellen, und die Zuwanderer sind berechtigt und angehalten, sie wahrzunehmen. Die Bereitschaft zum Erwerb deutscher Sprachkenntnisse sowie die Anerkennung des Grundgesetzes, seiner Werte und unserer Rechtsordnung sind notwendige Bedingungen für die Integration. Die Zuwanderer sind keine homogene Gruppe. Viele haben längst einen sozialen Aufstieg hinter sich, sind gut ausgebildet und haben ihren Platz in dieser Gesellschaft gefunden. Die Integrationsmaßnahmen müssen daher auf Menschen mit geringeren Partizipationschancen zugeschnitten werden, wie ausländische Kinder und Jugendliche, Frauen und Erwerbslose.[1]

Mit den Mazedoniern muss ich dich leider enttäuschen. Wenn dann wären es sicher Albaner auf meiner Couch.[2]

fn1. Zuwanderung gestalten. Integration fördern. Bericht der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“. „Link“:http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2001/Zuwanderung__gestalten__-__Integration__Id__7647__de,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Zuwanderung_gestalten_-_Integration_Id_7647_de.pdf

fn2. astat info Nr. 22 (Mai 2007), Seite 8. Zu finden auf der Astat-Seite der Provinz.

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Integration: Eine Diskussion (IV)

Posted by on 28. Jun 2007 in Alltag | 3 Kommentare

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Lieber Michael,

um das Wikipedia-Debakel ein für alle Mal zu beenden hier also die rechtmäßig Zitierte Definition der Integration nach Speck: Soziale Integration stellt nicht die Anpassung von A in die Lebenszusammenhänge von B dar,

„sondern einen Wechselwirkungsprozeß [sic], bei dem sich beide Seiten aufeinander zu verändern, so daß [sic] gegenseitig adäquate Beziehungen und Verbindlichkeiten, kurzum mehr Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit entstehen.[1]“

Dies ist keine absolute Definition (das kann und will die Soziologie auch gar nicht), wie sie etwa Naturwissenschaften zu bieten in der Lage ist. Dennoch ist sie nicht einfach als ??(subjektive) Auffassung einiger Wissenschaftler?? zu werten und auch eine Ableitung einer Definition aus der Mathematik halte ich für abwegig; so facettenreich die Welt der Mathematik auch sein mag, Menschen und ihre Beziehungen lassen sich mit ihren Werkzeugen wohl nur schwer beschreiben.

Nun denn, ich glaube, mit deinen beiden ersten Punkten übereinzustimmen, wenn mir auch ??Offenheit?? als Begriff respektive gesellschaftliches Prinzip doch ein wenig zu vage scheint. Es wurmt mich aber, dass du dich auf die Unterschiede in der (geographischen) Herkunft versteifst, aber mein Hauptaugenmerk außer acht lässt: es handelt sich doch sowohl bei Südtirolern als auch ??Zuwanderern?? um a) Menschen und b) eine Minderheit. Und in einer funktionierenden Demokratie *müssen* Minderheiten, im Sinne der Meinungsfreiheit, der Gleichberechtigung, etc geschützt werden. Nichts anderes fordert Südtirol seit seiner _Konvertierung_ zur Minderheit.

Hierauf hätte ich gerne von *dir* eine plausible Ausführung, wie die Südtiroler Minderheit in einem eventuellen zukünftigen Falle selber Minderheitenschutz einfordern soll, wenn es selber noch kleineren Minderheiten statt Schutz zu bieten Forderungen aufbürdet.

Um Missverständnisse zu vermeiden: es geht nicht um eine Friede-Freude-Eierkuchen-Lösung im hippen Multi-kulti Stil. Aber zwischen *Südtirol zuerst* und einer aktiven Inegrationspolitik besteht doch ein großer Unterschied. Gerade, weil die Gemeinschaft als Majorität den Integrationswilligen die Integration selbst erleichtern muss, um ein Zustandekommen zu ermöglichen:

Es wird aber eine gesellschaftliche Verpflichtung anerkannt, die für die Verwirklichung sozialer Integration grundlegend erforderlichen Voraussetzungen und äußeren Bedingungen zu schaffen.[2]“

Auf deine saloppe Formulierung zu den Mazedoniern auf meiner Couch werde ich in einem späteren Eintrag zurückkommen.

Um aber deinen interauricularen Apparat (vulgo _das Ding zwischen den Ohren_) ein wenig zu hätscheln, biete ich folgende Definitionen von Gemeinschaft und Gesellschaft an, die ich hier gepostet habe.

Viel Spaß damit.

In der Hoffnung auf eine anregende Antwort,
David

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fn1. Speck, Otto: System Heilpädagogik. Eine ökologisch reflexive Grundlegung. 4. Aufl. München 1998 S. 394

fn2. ebd., S. 399

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