Posted by on 7. Jun 2006 in Uncategorized | 2 Kommentare

Jugend. Die Serie auf blog.davus.it

_Zweimal mit der selben gepennt,
gehörst schon zum Establishment._

Dabei sind ONS (für alle Nicht-Lifestyle-Magazin-Leser: One Night Stands) irgendwie dauernd aus der Mode. Freie Liebe? Ein Traum. Von Konventionen gelöste Komunen à la 70er? Sind heute geschiedene Architektenpärchen. Nein, Liebe und Sex oszillieren konstant zwischen Selbstverwirklichung/Egoismus und ewiger Liebe und Aufopferung: oft auch noch in dem selben Menschen.
Hauptgrund dafür mag die allzupräsente Diskussion von sogenannten Tabu-Themen sein, die auf der einen Seite längst schon keine mehr sind, auf der anderen, der ernsthaften Seite noch immer stummgeschaltet werden.
Ob man von Oralsex schwanger wird, Liebe Sex erst so richtig prickelnd macht oder ein Dreier auch auf einer AEG Waschmaschine mit 1200 Umdrehungen pro Minute das Wahre ist, weiß jedes Kind. Die individuelle Wertezuweisung zu Sex, Liebe, Partnerschaft usw. treffen die meisten aber immer noch allein, ohne nennenswerte Unterstützung von wem auch immer.

Jungs glauben ihrem Genitalbereich und einschlägigen Filmen, Mädels warten auf den Edelprinz, den die JOY doch so detailliert beschrieben hat. Da klaffen die geschlechtlich verschiedenen Vorstellungen seltsamerweise (?) immer wieder auseinander. Zwar muss jeder und jede für sich entscheiden, was wann wo und mit wem (ja, und auch wie) emotional wie sexuell anzufangen sei. Allerdings sind Eltern (siehe Scheidungsrate) und Medien (siehe Auflagenzwang), also die klassischen Anlaufstellen, wohl kaum eine ernstzunehmende Hilfe, selten jedenfalls.

Es gibt, ich trau mich das kaum zu sagen – keine moralische, oder sagen wir ethische Grundversion in unserer Gesellschaft, die der jeweils nachwachsenden Generation halbwegs plausibel ihre (sexuellen et al) Möglichkeiten samt Vor- und Nachteilen präsentiert und die Wahl dann offen lässt. Utopisch, ich weiß, allerdings eine, die es wie ich glaube anzustreben gilt und das nicht nur in diesem Bereich, Stichwort Religion.

In diesem Kombinat gibt es übrigens eine nette Anekdote: Israel ist das Land mit der höchsten Beraterdichte. Nun haben Araber von Haus aus Schwierigkeiten, zum Psychiater zu gehen, denn der könnte ja intimes ausplaudern und damit den Klan schädigen. Jüdische Phsychotherapeuten haben diesen Nachteil nicht. Stelle sich also einer vor, ein Jude und ein Araber sitzen sich in Bethlehem gegenüber und reden über ihr Sexleben. Aberwitzig, aber wahr.