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Jugend: Politik

Posted by on 16. Jun 2006 in Uncategorized | 3 Kommentare

Jugend. Die Serie auf blog.davus.it

Heikles Thema die Politik. Letztes Mal hatten wir ja gerade Sex (!), machen wir mit den delikaten Sachen einfach weiter.
Von der Jugend ist zumeist im Modus der Klage die Rede: in Sachen Politikverdrossenheit, Desinteresse, Lethargie. Wobei die Diskussion ein alter Hut ist, schon die ollen Griechen klagten über das Nichtinteresse ihrer Kinder. Heute gilt ein gewisser Grad an politischem Desinteresse sogar als gesund, als Zeichen einer funktionierenden Demokratie, in der niemand mehr um Grundrechte kämpfen muss, was zwar so auch nicht ganz richtig ist, aber bitte.

Der für meinen Geschmack viel zu „avantgardistisch“ verwackelte deutsche Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ zeigt u.a. Daniel Brühl als den prototypischen jungen Menschen, der gedanklich wie politisch links steht, die Welt verbessern möchte und von einer glücklichen Menage à trois träumt. Viele hätten denn dem Film ähnlich kein Problem, in Häuser einsteigen, machen sich aber beim Gedanken an eine Straßenüberquerung ohne Fußgängerampel ins Hemd.

Links sein ist chic, gehört dazu wie die Ausstattung von H&M, möglichst altenativ und doch konform, wer will schon Außenseiter sein. Überhaupt ist dieses Alternativendasein die reinste Hypokrisie, wissen doch die wenigsten der Linksstehenden von den Implikationen, die so eine Überzeugung, möglicherweise sogar Ideologie, mit sich bringt. Mit der Studienbeihilfe und der Unterstützung vom Elternhaus versorgt schimpft es sich gern gegen die „Alten da oben“, den Staat und seine Institutionen. Wer aber nicht mit den gängigen Clichés der studentischen Gruppierung einverstanden ist, oder gar Kritik an ihr übt, wird überraschenderweise schnell zum Ziel des selbstverliebten Teilzeitbohémiens und muss sich als reaktionärer oder konservativer Sack beschimpfen lassen. Meinungspluralismus wird
herbeigebetet – aber nicht vorgelebt.

Doch ist die Orientierungslosigkeit der Jugendlichen nicht vollständig selbst verschuldet.

Jugend hat heute mit dem Erbe der 68er, also jener Generation, die scheinbar alles Gute auf dieser Erde erschaffen hat, zu kämpfen und mit der Überzeugung, etwas bewegen zu müssen. Selbst wenn augenscheinlich nichts mehr festgefroren ist, denn (Jugend-) Proteste treffen heute kaum auf Gegenwehr. Dennoch ändert sich aufgrund von Protesten nichts, er läut ins Leere. Und wer nicht anecken kann, kann auch keine Veränderung bewirken.
Erst wenn die Jugend selbst, einen Weg gefunden hat, anzuecken, und somit auf sich aufmerksam zu machen, kann sie Politik nicht nur als überflüssiges Übel begreifen. Bis dahin ist es noch weit.

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Testmail

Posted by on 8. Jun 2006 in Uncategorized | 1 Kommentar

Zur Besseren Verständigung hab ich ein Plugin installiert, das vorerst alle Autoren per Email informiert, wenn im Hinterzimmer was neues dazukommt. Wenn der Service auf die ganze Seite ausgbaut werden soll, lasst es mich wissen.

Btw: entschuldigt bitte die Wartezeiten und das alles, ich bin derzeit etwas im Stress.

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Jugend: Liebe/Sex

Posted by on 7. Jun 2006 in Uncategorized | 2 Kommentare

Jugend. Die Serie auf blog.davus.it

_Zweimal mit der selben gepennt,
gehörst schon zum Establishment._

Dabei sind ONS (für alle Nicht-Lifestyle-Magazin-Leser: One Night Stands) irgendwie dauernd aus der Mode. Freie Liebe? Ein Traum. Von Konventionen gelöste Komunen à la 70er? Sind heute geschiedene Architektenpärchen. Nein, Liebe und Sex oszillieren konstant zwischen Selbstverwirklichung/Egoismus und ewiger Liebe und Aufopferung: oft auch noch in dem selben Menschen.
Hauptgrund dafür mag die allzupräsente Diskussion von sogenannten Tabu-Themen sein, die auf der einen Seite längst schon keine mehr sind, auf der anderen, der ernsthaften Seite noch immer stummgeschaltet werden.
Ob man von Oralsex schwanger wird, Liebe Sex erst so richtig prickelnd macht oder ein Dreier auch auf einer AEG Waschmaschine mit 1200 Umdrehungen pro Minute das Wahre ist, weiß jedes Kind. Die individuelle Wertezuweisung zu Sex, Liebe, Partnerschaft usw. treffen die meisten aber immer noch allein, ohne nennenswerte Unterstützung von wem auch immer.

Jungs glauben ihrem Genitalbereich und einschlägigen Filmen, Mädels warten auf den Edelprinz, den die JOY doch so detailliert beschrieben hat. Da klaffen die geschlechtlich verschiedenen Vorstellungen seltsamerweise (?) immer wieder auseinander. Zwar muss jeder und jede für sich entscheiden, was wann wo und mit wem (ja, und auch wie) emotional wie sexuell anzufangen sei. Allerdings sind Eltern (siehe Scheidungsrate) und Medien (siehe Auflagenzwang), also die klassischen Anlaufstellen, wohl kaum eine ernstzunehmende Hilfe, selten jedenfalls.

Es gibt, ich trau mich das kaum zu sagen – keine moralische, oder sagen wir ethische Grundversion in unserer Gesellschaft, die der jeweils nachwachsenden Generation halbwegs plausibel ihre (sexuellen et al) Möglichkeiten samt Vor- und Nachteilen präsentiert und die Wahl dann offen lässt. Utopisch, ich weiß, allerdings eine, die es wie ich glaube anzustreben gilt und das nicht nur in diesem Bereich, Stichwort Religion.

In diesem Kombinat gibt es übrigens eine nette Anekdote: Israel ist das Land mit der höchsten Beraterdichte. Nun haben Araber von Haus aus Schwierigkeiten, zum Psychiater zu gehen, denn der könnte ja intimes ausplaudern und damit den Klan schädigen. Jüdische Phsychotherapeuten haben diesen Nachteil nicht. Stelle sich also einer vor, ein Jude und ein Araber sitzen sich in Bethlehem gegenüber und reden über ihr Sexleben. Aberwitzig, aber wahr.

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