Posted by on 23. Mai 2006 in Uncategorized | 1 Kommentar

*Jugend*

Das Selbstbild

!/images/187.gif (Jugend. Die Serie auf blog.davus.it)!

Eine kennzeichnende Eigenschaft der Jugend ist ihre Unreflektiertheit im Bezug auf sich selbst. Stand so vor kurzem im Feuilleton der Zeit. Also bemerkt man Jugend erst, wenn man sie nicht mehr besitzt. Bei aller Liebe, das ist mir zu kurzsichtig. Die meisten der jungen Menschen die ich kenne, zelebrieren ihre Jugend geradezu, ob sie jetzt Alkohol in übertriebenem Maß konsumieren oder sich ein Saxophon ausleihen, obwohl sie es zu spielen außerstande sind.

Unsinn, gewollt oder nicht, ist für mich ein großes Kennzeichen von Jugend. Allerdings ist es dem Jugendwahn zu verdanken, dass alle Eigenschaften von Jugend imitiert werden, konsequenterweise auch der Un- und Leichtsinn. Als Beispiel mag der Werbespot für den neuen Alfa Romeo 159 SW dienen, dessen Text aus dem Lob der Torheit von Erasmus von Rotterdam zusammen mit dem Bildern geradezu für Leichtsinn, Verrücktheit plädiert. Bei einem Familienauto wohlgemerkt.

Doch zurück zum Selbstbild. Erkennt Jugend, dass sie jung ist? Wenn ja, wie geht sie damit um?
Die Wahrnehmung unser selbst wird mehr von anderen gefestigt, als von uns selbst. Zugespitzt könnte man sagen, dass immer wenn wir anecken, Grenzen kennen lernen oder die gesellschaftlichen Muster, die uns zugeschrieben werden, nicht erfüllen, wir daran erinnert werden wer wir sind und welche Position wir in der Gesellschaft einnehmen. Jugend ist sich also ihrer selbst sehr wohl bewusst, geht es nun darum unter 16 Jahren Zigaretten zu kaufen oder mit Anfang 20 noch Erdbeerkaugummi zu kauen.

Nun ist der Umgang mit diesem Bewusstsein aber wie so vieles von Mensch zu Mensch verschieden. Manche spielen ihre Rolle bravourös, andere werden zu Grenzgängern und wieder andere können es gar nicht erwarten, dieses Lebensstadium zu verlassen, sei es nur um ein Auto zu kaufen.
Jugend ist selbst-bewusst. Mit der Selbst-Akzeptanz haperts hingegen bisweilen.