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Gesammelte Gedanken

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AKW

Posted by on 10. Mai 2006 in Uncategorized | 11 Kommentare

Es war wieder einmal einer von diesen Tagen; Einer von den Tagen an denen man in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett gescheucht wird, zwar nicht von der Freundin, sondern vom Handywecker, aber immerhin, und man noch total im Halbschlaf von der U2 am Schottenring in Richtung Haltestelle der 40er spaziert. Und von einem Moment zum Nächsten ist man im wahrsten Sinne des Wortes HELLwach. Die Augen geblendet, als ob jemand die Vorhänge in einem stockdunklen Raum plötzlich zurückzieht und die Sonne hineinscheinen lässt. Aber es war nicht die Überdosis Sonne heute in Wien, die mich erschrecken ließ, sondern ein plutoniumgelbes Plakat, welches an einem der grauen Stützpfeiler befestigt worden war.
Darauf: AKW-Nein, danke! (Oder so ähnlich; Wie gesagt, es war erst 11).
Da standen sie wieder; diese irren Atomkraft Gegner. Mit einem gelbgefärbten Tisch und T-Shirts buhlten sie um Unterschriften für die Schließung mehrer AKWs in bzw. rund um Wien. Mit prägnanten á la Tschernobyl-darf-sich-nicht-wiederholen-Slogans, drangen die nervigen Altweiberstimmen, trotz guter Soundleistung meiner Kopfhörer, zu meinem Trommelfell.
Warum sind bloß alle gegen die Atomkraft? Mir geht dieses blinde Prinzipgefolge unglaublich auf den Keks; Das ist schon so eine Südtirolsituation, wo man die SVP wählt, weil sie eben alle wählen.
Leute, aufwachen! Klar sind Unfälle, wie sie anno dazumal in unserem europäischen Nachbar geschehen sind furchtbar, und genauso klar ist es, dass sich solche schrecklichen Ereignisse wiederholen KÖNNEN. Niemandem wünsche ich einen solchen Unfall, ABER wir werden diese Energie brauchen, früher oder später. Wahrscheinlich ersteres. Und wir sollten froh sein, auf die Kernenergie zurückgreifen zu können, denn
1. Weltbevölkerung: Sie nimmt mit einer Geburtenüberschußrate von 1,5% jährlich zu, das bedeutet ein jährliches Wachstum um gegenwärtig ca. 90 Millionen Menschen. Mit diesem Bevölkerungswachstum und der noch immer schroffen Disparität im Energieverbrauch pro Kopf der Länder ist ein wachsender Verbrauch von Energie vorprogrammiert, der vor allem zu Lasten der begrenzten Vorräte fossiler Energieträger geht. Kernbrennstoffe müssen einen Teil der Energieversorgung übernehmen; vor allem in den industrialisierten Ländern.
2. Einheimische Energieversorgung/Energieträger: Bedeutet, dass wir nicht mehr importabhängig sind, sondern unseren „Brennstoff“ selber produzieren können.
3. Umweltfreundlich!
Wie bitte? Umweltfreundlich? Die Kernenergie? Ein Paradoxon?
Ganz und gar nicht, denn allein schon die CO2 Emission kann mit ihr um ein Vielfaches gesenkt werden.
Kernkraftwerke emittieren keine Verbrennungsprodukte, d.h. keine CO2 Emission mehr. Allein die KKW in Deutschland ersparen den Deutschen einen Ausstoß von ca. 150 Mio. Tonnen CO2 jährlich. Auch die Emission radioaktiver Stoffe durch die Kernkraftwerke ist vernachlässigbar gering und führt zu Strahlenexpositionen, die um *mehrere* Größenordnungen unterhalb der natürlich bedingten Strahlenexposition liegen.

Nur weil man sich einmal mit dem Hammer auf den Finger haut, bedeutet das noch nicht, dass man gleich den Hammer wegschmeissen muss!

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Trümmergeneration

Posted by on 10. Mai 2006 in Uncategorized | 5 Kommentare

Ich arbeite gerade an einer Lösung, wie mehr Wind in die Sache (also den Blog) kommt. Wird aber noch ein klein wenig dauern. In der Zwischenzeit ein Aufruf an alle Autoren: Reparationszahlungen gibts nicht, aber Aufbauhilfe wär nicht schlecht. Blogger, where are thou?

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Nicht nur Richard wird bisweilen nostalgisch

Posted by on 10. Mai 2006 in Uncategorized | 1 Kommentar

Nostalgisch, weil ich am Bahnhof nicht allein war: ein mit schwarzem Adidastextil ausgerüsteter Jungrocker samt Großvater, ein pfeiferauchender Geschäftsmann, sowie die zu dieser Jahreszeit nahezu obligatorische Kongregation italienischer Staatsbürger, hier in Form einer weiblich dominierten Schulklasse anzutreffen.
Doch während Richard – teils ungerechtfertigterweise – von den 80er Jahren träumt, die er selbst so nie erfahren hat und nur verklärend tradiert bekommen hat, ergreift mich – mitsamt Wortwahl – mehr das Gefühl, die Erinnerung an eine Zeit, die ich sehr wohl bewusst erlebt habe: die Schulzeit.
Da spazieren zwei italienische Tüsschen rauchend und „schweigend“ ins Gespräch vertieft den dünnen gelben Streifen entlang, sich der vollen Tragweite ihrer Aussagen über das zwiespältige Verhältnis zwischen Gianmario und Angela durchaus bewusst. Was für selbstverherrlichende Undinger sind nur Schüler, und da schließe ich mich selbst, ex post sozusagen, gerne mit ein.
Versorgt mit trivialem Wissen, einer ordentlichen Menge Alkohol und teils daraus resultierendem übertriebenen Selbstvertrauen war die Welt vor allem in höheren Klassen geradezu peinlich einfach zu durchschauen und erklären. Die Restsynapsen von damals rezitierend war man von der eigenen Sprachkompetenz beseelt, von der erfolgreichen Formulierung von bis zu zwei zusammenhängenden simplen Thesen berauscht.
Erst die langsam wachsende Erkenntnis über die eigene Randexistenz im Universum des Wissens holt mehr oder weniger jeden mehr oder weniger unsanft in die Realität zurück. Zu wissen, das Stadium des glücklichen Unwissenden zugunsten des verdrossenen Teilwissenden verlassen zu haben, ist bitter aber erleichternd – Umkehr ist schließlich ausgeschlossen. Einzig der Beweis für die Widerlegung der allgemeinen Annahme, Nostalgie sei immer verklärend schön, tröstet ein wenig.

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