Posted by on 29. Mai 2006 in Uncategorized | 5 Kommentare

Jugend. Die Serie auf blog.davus.it

Wie kommuniziert die heutige Jugend? Nur mehr Handy? Oder online? Etwa gar nicht, schließt sich der junge Mensch von heute ein, mit dem Pc als einzigem Fenster zur Außenwelt? Hikikomori („jemand der sich einschließt“) heißt ein vor allem in Japan auftretendes Phänomen, das jene Menschen beschreibt, die sich freiwillig selbst einschließen und den sozialen Kontakt auf ein Minimum reduzieren.
So weit dürfte es in Europa derzeit noch bei wenigen gekommen sein. Allerdings beeinflusst die uns umgebende Technik tatsächlich und nachhaltig unsere Kommunikation: wer geht schon noch ohne Handy aus dem Haus, es ein Wochenende lang auszuschalten empfinden wir schon nahezu als Nervenkitzel, und wenn der Computer mal längere Zeit nicht funktioniert wird man ganz kribbelig.
Man könnte simplifiziert sagen, Kommunikation finde(t) statt. Das beinhaltet eine gewisse Unmittelbarkeit, Zeit- und Raumnähe. Immer und überall kann Kommuniziert werden, es muss und wird aber nicht (es gibt kaum (noch?) jemand, der am Klo telefoniert).
Bemerkenswert ist auf jeden Fall, wie stark die Kosten des jeweiligen Kommunikationskanals die Wahl desselben mitbestimmen. Während noch vor wenigen Jahren die Italiener zumeist SMS-Nachrichten verschickten, telefonierten die Deutschen viel mehr – es war ja auch billiger. In meinem Freundeskreis hat sich dieses Prinzp nun weiterenwickelt. Die Generation des „always on“, dem immer laufenden Internet, hat SMS Nachrichten aus dem zuhause verbannt, hier wird Echtzeit Messagging verwendet – auch ICQ und Skype sind schließlich kostenlos.
Ja, es wird noch kommuniziert, wenn man über den Inhalt auch streiten kann. Aber immer noch besser als Kommunikationsverweigerung.