Posted by on 26. Nov 2005 in Uncategorized | 2 Kommentare

24 Jahre ist es her, dass der Mann – Gott hab ihn selig – der Dame im Abteil des Waggons 257 verstorben ist. Da verwitwet und kinderlos („War nicht wallfahrten…“) ist die Dame nun quietschfidel und vor allem mit reichlich freier Zeit gesegnet. Daher weiß die Dame auch, dass ihre Weihnachtskakteen in diesem Jahr 308 Knospen tragen: „mei, so fü warns noch nie!“

Ihre ebenso zähe Freundin vis-à-vis hingegen hat keine Kakteen, dafür unzählige Rhododendren, die sie (böse Zungen sagen gleich wie ihren Mann) um die Ecke gebracht hat: „Hab i alle eamoadet“ (lacht).

Das Fräulein rechts von ihr gehört bereits zur Kategorie 75+ und hört nicht mehr besonders. Ausserdem hat sie keine Pflanzen, dafür ein Radio. So kommt es, dass sie von einem Erdbeben („scho wieder“) gehört hat: „11 Tote, mein Gott, und hundate Verletzte!“
Doch Synapsen wie Hörorgan ließen eine Lokalisierung des tektonischen Meetings nicht mehr zu – ob Atnang-Puchheim oder Burkina Faso, wir wissen es nicht.

Sowieso nicht von relevanz, platzt doch die fensterplatzokkupierende Kollegin in den Gesprächsmittelpunkt und erfreut ihre unmittelbare Umgebung mit der Kundmachung ihrer Kaffeesucht, nur um gleich weiterzuleiten auf die Affäre eines – in der Gruppe wohlbekannten – Operettensängers mit einer Singspielkollegin:
„Na die san net verheiratet“. – „Woos?“ – Die lebn in an so genannten _schlampigen Verhältnis_. (Abteil ohne Autor lacht)

In Salzburg angekommen steckt eine Freundin aus dem Nebenabteil den Kopf herein, bittet die Ladies auszusteigen und fragt mich mitleidsvoll: „Ham sie die Damen schon net zu sehr sekkiert?“

Natürlich nicht * *lächel* *

Irgendwie ja nett, die -se–juvenilen Damen auf Ausflug. Wenn man bedenkt, dass die meisten nur irgendwo rumsitzen. Nur blöd, dass keine Männer unterwegs waren. Frauen leben eben länger. Unfair das.