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Gesammelte Gedanken

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Viva Vibo

Posted by on 21. Okt 2005 in Uncategorized | 5 Kommentare

!/images/108.jpg (Vibo Valentia)!

Es gibt auf Sizilien einen Mythos, dabei meine ich nicht irgendwelche Sagengestalten oder der Plan der Brücke über die Meeresenge. Nein, seit Jahren schon fehlt auf dern Autobahn von Palermo nach Messina ein knapp 30 Kilometer langes Stück. Wollte man diese Strecke per Landstrasse durchqueren, musste man mit einer Verzögerung von mindestens ein bis eineinhalb Stunden rechnen. Da rechnen generell nie meine Stärke war, umgingen wir bisher dieses „Ich fahr durch jedes Kaff wenns sein muss auch mit 120“-Chaos und machten einen Bogen darum.

Endlich ist dieses Teilstück fertig gestellt. Fahrzeit: exakte 8 Minuten.

Und dabei bin ich noch langsam gefahren, was im allgemeinen zwei Gründe hatte (mein Vater am Nebensitz nicht mitgezählt): schwere Ladung an Bord und ein verrückter Lastwagenfahrer vor und hinter mir.

Irgendwie schafften wir es dann doch nach Messina, sogar bis zum Hafen (grenzt an ein verkehrstechnisches Wunder) und an Bord einer dieser schnellen Fähren, die vorn und hinten so Klappen haben, sodass man immer meint in Kürze unterzugehn.

Endlich – nach ganzen vier Tagen – wieder auf richtigem Festland ging es ab ins nächste Hotel, das 501 (benannt nach dem Fiat in der Lounge). In Vibo Valentia. Die Aussicht war toll, der Service auch. Nur ist Kalabrien ein dreckiger Sauhaufen, die Straßen sind verachtend zugemüllt, der Hafen von Vibo Marina ein hässliches Kloakeloch und die übergewichtige (und ich meine ÜBERgewichtig) Kassiererin im Supermarkt nicht nur unfreundlich sondern auch noch faul.

Braucht es noch weitere Klichees? Nein, Vibo ist zwar hübsch, aber die Leute da haben irgendwie nicht so den Bezug zu ihrer Umwelt wie es unsereiner gewohnt ist. Ganz anders da Apulien. Das war die nächste Station.

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Academus

Posted by on 18. Okt 2005 in Mythologie | 1 Kommentar

Über Academus selber ist auf die Schnelle wenig zu finden. Ein Held soll er gewesen sein, und manchmal heißt er auch Hecademus.

Jedenfalls hinterließ er im Nordwesten Athens ein Areal, das für Leibesübungen, also Sport genutzt werden solte. Später gründete Plato dort seine Schule. Da das Grundstück mittlerweile Akademie genannt wurde, nannten sich seine Schüler, na wie wohl: Akademiker.

Wer aber mal nach Academikus (also eigentlich mit „k“) googelt, findet massig Seiten und Verweise auf einen Fall von Betrug. Dabei hatte eine Firma im großen Stil gefälschte Titel in ganz Deutschland verscherbelt. Da soll noch einer sagen Akademiker seien das Proletariat des 21. Jahrhunderts…

(Hm…)

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Best breakfast ever

Posted by on 16. Okt 2005 in Uncategorized | 5 Kommentare

Wie stellt man das jetzt am Besten an?
Aus ganz Italien müssen Kaffebohnen, Orangen, Gebäck und Kaffemaschine sowie Kaffemaschinenbediener zusammengebracht werden. Keine leichte Aufgabe.

Schritt eins:
Aus Südtirol mit dem Privatflieger nach Mailand. Dort in der Bar meiner Schwester Vertrauens Kaffebohnen und Brioche geholt (in ausreichenden Mengen, Warmhaltebox vorausgessetzt.)

Schritt zwei:
Rasch nach Sizilien, wo am Flughafen schon die vorher ordinierten Orangen (direkt vom Bauern und noch kühl von der Nacht) auf uns warten. In einer Kühlbox untergebracht starten wir Richtung

Schritt drei:
Sardinien, wo wir kurz vor Oristano auf der Landstraße bei einem unscheinbaren Tankstellencafé Orangen, Bohnen und Brioche abgeben. Dort wird uns unser perfektes Frühstück zubereitet.

Damit wir aber den Orangensaft (gekühlt, wie erwartet) aber so genießen können,wie es das Inselleben gebietet, rasen wir damit noch rasch ein paar Kilometer gen Westen und schlürfen genüsslich den Abschlussaft.

War doch ganz einfach oder?
P.s. Aufgrund Geldmangel von mir selber erst in Einzelteilen genossen. Wer leiht mir seinen Jet? (meiner gerade nicht da!)

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Gefahren auf der Autobahn

Posted by on 8. Okt 2005 in Uncategorized |

!/images/104.jpg (palermo)!
*Station 1: Palermo*

405 km bis Genua, dann ab auf die Fähre, bei sommerlichen Temperaturen in über 18 Stunden nach Palermo. Schönes Wetter gibts da. Und Fisch. Und Mafia?

Im Hotel angekommen, es läuft gerade das ende von _Pretty Women_ im italienischen Fernsehen, wie ich gerade diesen Blogeintrag auf Papier vorschreibe (kein Laptop, kein Internet, nada). Trotz schicker Frisur und juvenilem Aussehen lässt mich Richard Gere (mitsamt seiner unsäglichen Synchronstimme) kalt, Sizilien und Palermo sind viel aufregender – und verlockender.

Da gibt es neben den touristischen Sehenswürdigkeiten jede Menge Carabinieri, Verstöße gegen die StrVO und eine kleine Gasse zu einer ebenfalls putzig kleinen _piazza_ hin, wo’s sogar eine öffentliche Bibliothek hat. La vecchia Palermo, das alte, wahre Palermo, soll das hier sein und so mutet es auch an: zwei Häuserfronten, so dreistöckig, stehen sich gegeüber, Wäscheleinen hängen von links nach rechts, darunter fläzen kleine, leicht rostige und von Hindernissen gekennzeichnete Autos in der Siesta vor sich hin, in winzigen Nischen im Parterre üben sich kaum schwitzende Männer gediegenen Kalibers in der Kunst der Handwerke, die sie erlernt haben.

Sofort als Ausländer zu erkennen schlendern wir durch die enge Gasse, durch die immer wieder (Nina würde sagen) aufgebrezelte Jugendliche auf ihren Scootern – natürlich ohen Helm, die Frisur! – vorbeischwingen. Da stört es auch nicht, dass so zwei kleine Rotzbengel mit ihren Gaspistolen auf uns zielen – und abrdrücken. Wenn die uns was gewollt hätten, wir wären unser Geld längst los geweden.

Am Abend friert man gepflegt ob der Klimaanlage im Restaurant während draußen die T-Shirt Saison verlängert wurde. Nach rund zwei Kilo Fisch (ricci di mare, polipi, spigila, gamberetti…) für jedermann traut man sich dann doch den eleganten Sizilianer am Tisch auf das Thema anzusprechen: _la mafia_

Kurzerhand und freundlich engagiert erfährt der unwissende „tirolese“ – dei Mafia gibt es nicht. Mehr.

Kriminalität im internationalen Stil, _delinquenti come a Milano_, niente di speciale, nichts besonderes also. Doch die Situation, die Lethargie, in der sich die Stadt vom Arbeits- und Entwicklungsstandpunkt her befindet hat einen Schuldigen. Den Sizilianer selbst, denn der ist faul, mäandert herum, will studieren bis Mitte 30, wohnt zuhause im Hotel Mama und ist perspektiven- weil ideenlos. Das mündet in eine korrupte Bürokratie, die Geld tonnenweise versenkt und alles blockiert. Ein Beispiel? Von einem Knast ist die Rede, der renoviert wurde. Doch da jeder mitverdienen wollte, kostete der Bau dann solche Unmengen, dass, wie schlaue Journalisten errechnet haben, die Türknäufe aus Gold sein könnten.

Wenn Ex-Knackies dann auch noch Jobs am Gericht erhalten, um Akten durch die Gänge zu tragen, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Jurisdiktion Qualitätsmängel aufweist.

Trotz allem: Palermo ist eine wunderbare Stadt, die man unbedingt gesehnen haben muss. In Monreale das Blattgold bestaunen, in Mondello Fisch essen oder im _centro_ die berühmten _dolci siciliani_ in einer bis spät in die Nacht geöffneten Gelateria probieren. Köstlich.

So verlassen wir dann Palermo mit der festen Absicht wieder vorbeizuschauen, wenn der Abgang auch einen seichten, leicht nuttigen Nachgeschmack innehatte. Aber das hat Richard Gere ja auch nicht davon abgehalten, zu seiner Schönheit zurückzukehren, auch wenn sie mal eine Kurtisane war.

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donc, je viens de dire

Posted by on 5. Okt 2005 in Uncategorized | 2 Kommentare

Die Zeit der gebloggten Oligarchie ist vorbei. Es lebe die Admin-Diktatur. Nach langem hin und her (über 2000 km, um genau zu sein) bin ich endlich zurück. Um gleich wieder weg zu fahren. Diesmal ins geliebte Wien. Das geliebt bezieht sich übrigens nicht auf die Stadt. Aber egal. Es folgt: ein Reisebericht wie er sein sollte – in Etappen.

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