Posted by on 29. Okt 2005 in Uncategorized |

Öbb EC nach Basel, Abfahrt exakt 09.30 Ortszeit. Ort: Wien Westbahnhof.

Wie meistens ist so eine Bahnfahrt aufregend, spannend, spaßig. Zumindest für all jene, die ausser mir im Abteil sitzen und ganz nebenbei gesagt noch unterhalb der magischen 10-Jahres-Grenze liegen. Alle anderen langweilen sich bestenfalls, des öfteren wird so eine 5 Stunden dahinsiechende Fahrt zur Qual.

Das liegt einzig und allein daran, dass man immer im falschen Abteil zu einem Sitzplatz kommt (vor allem wenn man wie „val“:http://valfisch.twoday.net/) und ich vorher reserviert. Richard hingegen ist da schlauer: keine Reservierung und Großraumabteil, doch auf so einen kaltblütigen Nervenkitzel lasse ich mich in meinem Alter nur mehr ungern ein.

Apropos Alter: sozusagen als Antagonist zu dem kleinen Fräulein (ausgerechnet am Fensterplatz! **grummel**) reiste im Kleinraumabteil auch die obligatorische „Omi“ mit. Ich hab zwar nichts gegen ältere Damen, im Gegenteil – jugendliche Schokoladenspenden stimmen mich da eher verkärt-milde – aber die ehemals in Wien lebende (und den bösen Krieg miterlebende) Dame ging nach der 7. Wiederaufbrühung alter Kamellen dann doch auf den Keks.

Das konnte sie dann aber noch toppen: mit einem Büchlein, das sie dabei hatte – über Frére Roger.

Wer dabei an „Ferrero Rocher“:http://www.ferrero.de/produkte/rocher/default.aspx denkt, hat zwar phonetisch und schokoladisch (alte Dame, sic!) nicht ganz falsch kombiniert, liebt aber beim Gründer der Taizé-Bewegung „Bruder Roger“:http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A8re_Roger richtig(er).

Der wurde diesen August von einer geistesgestörten Frau beim Beten erdolcht. Wie das so ist im streng religiösen Milieu. Oder auch nicht. Immerhin zeigte die Dame stolz Bilder des „so friedliebenden Mannes“ herum, wie er im Libanon mit Kindern auf einer Müllkippe herumsteigt.

Schön, nicht?
Die Sonne schien, es war überherbstlich warm… und ich war heilfroh in Innsbruck umzusteigen. Endlich alles Roger.