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Gesammelte Gedanken

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Angenehm

Posted by on 30. Jun 2005 in Uncategorized | 1 Kommentar

!/images/62.jpg (unfall, accident)!

Als ich im September 2003 (mein Gott ist das lange her) hier in Wien in meine WG einzog, konnte ich den Duft der großen weiten Welt noch eindeutig wahrnehmen. Zum ersten mal für längere Zeit den Fittichen der familie entkommen und, bis auf die monatlichen Zahlungen, die Pakete, den kaputten Fernseher, finanzielle Starthilfe, gute Ratschläge, Leihgaben, Haushaltsartikel, Schreibwaren usw, auf mich allein gestellt.

Anfangs hörten wir laute Musik, rauchten (gut, nicht ich, dafür die anderen um so mehr), fühlten uns wie jene Studenten, die damals in irgendeiner Spelunke die orrf’sche _carmina_ intonierten. Hach, was waren wir doch für Rebellen.

Doch dann verging die zeit, wir kamen in die Jahre: Prüfungen wollten -ab- geschrieben, Seminararbeiten -plagiiert- verfasst und WG-Räumlichkeiten geputzt werden.

Für die zweite Party informierten wir dann vorab unsere Nachbarn, es könnte doch vielleicht etwas lauter werden, amn möge sich doch der seltenen Geräuschkulisse halber doch nicht aufregen, der Blutdruck, sie wissen ja.

Die dritte Fete dann: ein rebellisches Desaster. Um zwölf war alles gelaufen.

Und heute ein weiterer Tiefpunkt. Will man als Student, Weltverbesserer (?) und „Tierschützer“:http://blog.davus.it/artikel/tierschutz als *angenehm* bezeichnet werden? Natürlich nicht. Daher trifft es mich auch, wenn Mit-Mieter im Hause mir gnädig zustecken, wir von Tür Fünf seien doch die angenehme WG im Haus. Gar nicht zu vergleichen mit Tür Sieben. Die reinste Chaosbude sei das.

Spießer.

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Tierschutz

Posted by on 29. Jun 2005 in Uncategorized | 9 Kommentare

Die armen Tiere, gefoltert, getötet, gehäutet und gegessen. Welch barbarisches Ritual – und noch dazu lecker.

Da geh ich also, von der Post kommend am Dönerstand vorbei und entschließe mich ob meines Hungers (Frühstück schon 4 Stunden her) und des interessanten Preises (2.50, mit allem, biss-chen scharf) für einen Kebap mit totem Tier.

Anschließend mach ich mich auf den Weg nach Hause, man hat ja noch viel zu erledigen, und werde als vermeintlich sozialer Student sogleich von einer Tierschütz-(!)-Beauftragten angelächelt:

_Mahlzeit. Darf ich dich kurz mal zum Thema Tierschutz ansprechen?_

Natürlich nicht, wo sind wir denn, denk ich mir, aber, hey, sie ist hübsch ergo lächel ich doch mal kopfschüttelnd zurück und will schon weitergehen,da stellt sie sich mir in den Weg..

_Nur ganz kurz… der Tierschutz…_

Sie ist zu weit gegangen: ich Schlage einen Haken, geh vorbei und mit halbvollem Mund (bin ja Optimist) dreh ich mich um und sage, den Döner demonstrativ hochhaltend:

_Nein. Ich esse gerade Tier._ Dreh mich wieder um und geh.

Hinter mir, völlig perplex das arme Ding. Nach ein paar Sekunden hat sie sich wieder gefasst und ruft mir nach „Das ist nicht witzig!“. Oh doch, sehr sogar. Selten so gelacht, auf offener Straße.

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alles neu

Posted by on 29. Jun 2005 in Uncategorized |

wie man sieht, bauen wir gerade um. wir bitten die unannehmlichkeiten zu entschuldigen. danke.

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Demokratur

Posted by on 29. Jun 2005 in Uncategorized |

Demokratur ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Demokratie und Diktatur. Es beschreibt heute die geringen Möglichkeiten der Einflussnahme auf politische Entscheidungen der demokratisch gewählten Volksvertreter, und ist somit annähernd das Gegenteil der Basisdemokratie.

Verwendet wurde der Begriff unter anderem von Rudolf Augstein, der ihn 1993 in einem Interview mit der Zeitschrift Stern gebrauchte: „… Ich habe doch wesentlich mitgewirkt, der Demokratur der beiden Herren Adenauer und Strauß ein Ende zu machen …“
Zitat Wikipedia ende. Synonyme: Scheindemokratie.

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Der Fußgängerführerschein

Posted by on 28. Jun 2005 in Uncategorized | 2 Kommentare

Ja Sie haben richtig gelesen… ich meine keinen Autoführerschein, denn den, auch wenn das jetzt mal wieder sexistisch klingt, aber einfach nur wahr ist, brauchen nur Frauen. Ich mein auch keinen Radführerschein, denn den kriegt man automatisch, sobald die Stützräder abmontiert werden…nein,nein,nein. Was ich meine ist ein Fußgängerführerschein. Jeden Tag in Lebensgefahr, da mach ich nicht länger mit.

Da geht man richtig sweet mit Kopfhörer auf einem stinknormalen Gehsteig spazieren und genießt die warmen Sonnenstrahlen, als ganz unverhofft von rechts ein gestresster Prolet mit Armani Anzug sich zwischen mir und meinem Vordermann zwängt, also quasi mir den Weg abschneidet, sodass ich dermaßen abbremsen musste, damit ich ihn nicht umrenne. „Kann ja mal vorkommen“, denk ich mir „wenn man Stress hat…“. Keine zwei Sekunden später bleibt ebendieser urplötzlich und OHNE jede Vorwarnung (!) keinen Meter vor mir stehen, sodass ich meinen rhythmischen, von Coldplay geprägten, Gehfluss nur durch blitzschnelle Reaktion noch unterbrechen konnte.

Was soll das? Wenn man stehen bleiben will, dann lässt man sich das doch irgendwie anmerken, oder etwa nicht? Man erkennt als Hintermann doch sofort, ob sich jetzt jemand ein Schaufenster reinziehen will, weil er der gute Vorläufer einen schnellen Blick draufgeworfen hat, man sieht vielleicht, dass der „Vorgänger“ jemand an der gegenüberliegenden Straßenseite erblickt, man kann vielleicht das läutende Handy hören, das einen schon vorwarnt: „Hoppla, der bleibt gleich stehen ums zu suchen!“, oder whatever. Aber doch nicht einfach nur so aus Spaß?
Oder ist gerade das wieder ein Auswuchs der Demokratur?

Who knows…

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